Max Diamant

Mundenheimer Straße 245

Max Diamant schrieb in Mannheim als Journalist für die sozialdemokratische „Volksstimme“. 1931 trat er zur Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP) über. Als Jude und Sozialist musste er bereits 1933 vor drohender „Schutzhaft“ ins Exil fliehen. Über Frankreich und Portugal gelangte er schließlich nach Mexiko. Erst 1962 kam er zurück nach Deutschland.

Biografie

Nach Informationen der Tochter Doris Diamant Siebert

 

Max Diamant wurde am 5. August 1908 in Lodz als Sohn jüdischer Eltern in eine sozialistische Familie hineingeboren. Im Oktober 1927 kam er allein nach Mannheim und wurde dort von der jüdischen Ärztefamilie Dr. Heinrich und Käthe Stern aufgenommen. Er wurde Mitglied in der SPD und arbeitete als politischer Journalist bei der sozialdemokratischen „Volksstimme“. Im Vordergrund seines journalistischen Schaffens stand für Max Diamant immer der Kampf gegen den Nationalsozialismus. Er immatrikulierte sich an der Handelshochschule und legte 1929 das Begabtenabitur ab. 1930 heiratete er Anni Nord jüdisch und später im Exil 1940 in Frankreich standesamtlich.

 

Im Jahr 1931 trat Max Diamant der neu gegründeten Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD) bei, die sich vor allem gegen den Faschismus einsetzte. Weil er in „Schutzhaft“ genommen werden sollte, musste er im März 1933 aus Deutschland nach Frankreich fliehen, wo er als Journalist im Widerstand tätig war. Die Stationen seines Exils führten ihn von Straßburg über Paris in den spanischen Bürgerkrieg. Nach Kriegsbeginn war er in französischen Lagern interniert, da er in Frankreich als feindlicher Ausländer angesehen wurde. Danach engagierte er sich in der Fluchthilfe für Flüchtlinge in Montauban, Marseille und Lissabon.

 

1942 emigrierte er von Lissabon nach Mexiko, wo er nach 1945 Mitbegründer der Gruppe deutschsprachiger Sozialisten wurde. In Mexiko gelang es Max und seiner Frau, sich eine neue Existenz aufzubauen, indem sie ein Restaurant und später ein Lebensmittelgeschäft führten. Hier wurde ihre einzige Tochter geboren. Als Max Diamant bei der IG-Metall in Frankfurt am Main mit der Aufgabe betraut wurde, das Referat „Ausländische Arbeitnehmer“ zu führen, verließ er mit seiner Familie 1962 Mexiko. Er starb am 16. Februar 1992 in Frankfurt.

Der Stolperstein für Max Diamant wurde am 14. Mai 2018 vor dem Haus in der Mundenheimer Straße 245 verlegt.