Ernst Erich Hirschler wurde in Ludwigshafen geboren und ist dort auch aufgewachsen. Im September 1938 flüchtete er mit seinen Eltern zunächst nach Zürich, von dort nach Paris. Aus Frankreich konnten die drei mit einem Schiff in die USA auswandern.
Ernst Erich Hirschler kam am 8. Mai 1924 in Ludwigshafen zur Welt. Seine Eltern waren die Kinderärztin Dr. Helene Hirschler und der Chirurg Dr. Max Hirschler. 1919 war das Paar mit dem älteren Sohn Hans Peter nach Ludwigshafen gezogen. Die Familie wohnte im Haus Ludwigstraße 54b. Dort befand sich auch die Praxis von Helene Hirschler.
Anfang 1938 entzogen die Nationalsozialisten Helene Hirschler die Approbation – die Zulassung, ihren Beruf als Ärztin auszuüben. Im September desselben Jahres konnten Helene und Max Hirschler mit ihrem jüngeren Sohn Ernst Erich über Zürich und Paris in die USA fliehen. Der ältere Sohn Hans Peter war schon 1934 nach England und zwei Jahre später nach Palästina gegangen. Anfang 1941 kam auch er in die USA. Alle vier fassten Fuß im fremden Land und wurden US-amerikanische Staatsbürger.
Ernst Erich Hirschler hieß nun Eric Ernest Hirshler. Er besuchte Schule und College und erwarb seinen Doktortitel als Historiker 1951 von der Yale Universität. In den 1950er Jahren arbeitete er in New York für die United Restitution Organization, die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung bei der Durchsetzung ihrer Wiedergutmachungsansprüche unterstützte, und für das Leo-Baeck-Institut. 1953 heiratete er Marilyn Nair; 1957 kam die Tochter Erica Eve Hirshler zur Welt.
Eric wurde Professor an der Denison University in Granville, Ohio. Er lehrte zuerst deutsche Sprache und Literatur, später dann Kunstgeschichte. Er verfasste das Buch „Jews from Germany in the United States“. Nach seiner Pensionierung 1989 ging er zurück nach Lewiston, Maine. Seine intellektuelle Neugier blieb ihm bis hohe Alter erhalten. Er starb am 30. August 2017 im Alter von 93 Jahren.
Der Stolperstein für Ernst Erich Hirschler wurde am 30. Juni 2025 vor dem Haus Ludwigstraße 54b verlegt.