Fridolin Braun

Friesenheimer Straße 25a

Fridolin Braun kam aus Kusel nach Oppau, wo er als Lehrer und später auch als Schulrektor arbeitete. Er engagierte sich im kulturellen Bereich und gründete 1926 eine Volksbücherei. Braun wurde 1933 festgenommen und nach sieben Monaten Haft nach Altrip strafversetzt.

Biografie

Fridolin Braun wurde am 19. Februar 1888 in pfälzischen Kusel geboren. Schon früh bekannte er sich zur Sozialdemokratie und wurde von den französischen Besatzern wegen seines aufmüpfigen Verhaltens nach Oppau versetzt.

 

Er wirkte von 1919 bis 1933 als Lehrer in Oppau und war ab dem Sommer 1930 Schulleiter der Goethe-Schule. Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagierte sich Braun auch im kulturellen Bereich. Der von ihm gegründete Volksbildungsverein hatte mit seinen Vortragsveranstaltungen immer sehr guten Besuch. 1926 wurde unter seiner Leitung eine gemeindeeigene Volksbücherei geschaffen. Anfangs im Kellergeschoss des Rathauses untergebracht, wurde für die Bücherei bald das Gasthaus „Zum Karpfen“ angekauft, umgebaut und am 31. August 1931 eingeweiht.

 

Am 10. März 1933 wurde der Sozialdemokrat und Leiter des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold von der SA festgenommen und mehrere Wochen im Landgericht Frankenthal eingesperrt. Nach der Haftentlassung erhielt er einen Stadtverweis, wurde zum Hilfslehrer degradiert und nach Altrip strafversetzt. Nach sieben Monaten Suspendierung durfte er wieder arbeiten. Sein Volksbildungsverein wurde von den Nationalsozialisten noch im gleichen Jahr verboten.

 

Nach Kriegsende ernannten ihn die Amerikaner 1945 in Altrip zum kommissarischen Bürgermeister. Im Zuge der ersten demokratischen Wahlen verabschiedete sich Braun aus dem Bürgermeisteramt und arbeitete wieder als Lehrer. Fridolin Braun starb am 27. November 1968.

Der Stolperstein für Fridolin Braun wurde am 13. Oktober 2015 in der Friesenheimer Straße 25a in Ludwigshafen-Oppau verlegt.