5 Jahre "Ludwigshafen setzt Stolpersteine"

Am 17. April 2007 trat der Arbeitskreis "Ludwigshafen setzt Stolpersteine" erstmals öffentlich in Erscheinung. Genau 5 Jahre später fand am gleichen Ort, im Stadtmuseum Ludwigshafen, eine Veranstaltung statt, in der der Arbeitskreis eine Bilanz über seine jahrelange engagierte Arbeit zog.

 

Unsere aktuellen Vorhaben

Online-Gedenkbuch

Mit der Unterstützung öffentlicher und privater Förderer entsteht derzeit das Online-Gedenkbuch für Ludwigshafen. Dort finden die Biografien der Menschen ihren Platz, die wir in den vergangenen Jahren mit einem Stolperstein ehren konnten. Bevor die Stolpersteine ihren Platz an Ludwigshafens Straßen fanden, haben wir die Leben und Verfolgungsgeschichten der Opfer des Dritten Reichs gründlich recherchiert. Oft haben sich z. B. Schülergruppen an dieser Recherchearbeit beteiligt.

Lehrmaterialien

2011 starb Ursula Michel, die als jüdische Jugendliche mit einem "Kindertransport" nach England entkommen konnte. Ihre Tochter Judith Rhodes unterstützt unsere Arbeit; durch ihre Zuwendung ist es uns möglich, Verfolgung und Flucht ihrer Mutter exemplarisch aufzuarbeiten und als Lehrmaterial zur Verfügung zu stellen. Mittelfristig ist es unsere Absicht, Schicksale von Kindern und Jugendlichen im Dritten Reich darzustellen und es so heutigen Jugendlichen zu ermöglichen, die Realität des Naziterrors nachzuvollziehen.

Stolpersteinverlegung

Am 17. April um 16 Uhr ersetzten wir zwei Stolpersteine in der Mundenheimer Str. 245. Die Steine für Karl Nord und Adolf Nord wurden 2011 unmittelbar nach der Setzung zerstört; Motiv und Täter sind unbekannt.

 

Edith Leffmann und Paul Eppstein

Stolperstein-Initiativen beziehen sich, dem Konzept des Künstlers Gunter Demnig folgend, immer auf die Biografien von Opfern des Dritten Reichs in einem Ort, einer Stadt. Gunter Demnig möchte einen Stolperstein dort gesetzt wissen, wo der letzte freiwillig gewählte Wohnort des gewürdigten Menschen - vor der Gefangennahme, Deportation, Ermordung oder Flucht - gewesen war.

Seit Jahren beschäftigen wir uns mit den Leben von Edith Leffmann, dem "Engel vom Hemshof", und von Paul Eppstein. Leffmann, Jüdin und Kommunistin, konnte aus Köln und Gurs vor den Nazis fliehen und kämpfte im Widerstand in Frankreich und Deutschland. Nach dem Krieg wirkte sie als Kinderärztin im Ludwigshafener Stadtteil Hemshof. Am 14. März 2012 wurden Stolpersteine für Edith Leffmann und ihre Familie in Köln - von wo sie deportiert wurden oder flohen - gesetzt. Dieses Vorhaben haben wir aktiv unterstützt.

Paul Eppstein wurde 1902 in Ludwigshafen geboren und starb in Theresienstadt. 1933 musste er die Leitung der Mannheimer Volkshochschule aufgeben und ging nach Berlin. Wir setzen uns dafür ein, dass Paul Eppstein in Mannheim, seinem letzten frei gewählten Wohnort und Ort seines freien beruflichen Schaffens, einen Stolperstein erhält.

Wir treten aber auch dafür ein, dass beide Persönlichkeiten auch in Ludwigshafen, wo sie gelebt und gewirkt haben, gewürdigt werden.