"Wir sind Juden aus Breslau"

In dem Dokumentarfilm "Wir sind Juden aus Breslau" von Karin Kaper und Dirk Szuszies berichten Zeitzeuginnen und Zeitzeugen über ihre Schicksale nach 1933; außerdem zeigt der Film eine Begegnung zwischen deutschen und polnischen Jugendlichen aus Bremen und Wrocław (Breslau).

-> mehr zum Film

Am Dienstag, 11. April 2017, wird der Film um 19:30 Uhr im Cinema Quadrat (Mannheim, Collini-Center) gezeigt. Nach der Aufführung ist ein Gespräch mit der Regisseurin Karin Kaper vorgesehen. Veranstalter sind neben dem Cinema Quadrat die Deutsch-Polnische Gesellschaft Mannheim-Ludwigshafen, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Rhein-Neckar und der Verein Ludwigshafen setzt Stolpersteine.

Weitere Aufführungen des Films finden am 18.04. um 19:30 Uhr und am 19.04. um 17:30 Uhr statt.

Breslau 1938, jüdische Schulklasse

Ein Stolperstein für Georg Pister

Nur ein Gedenken war möglich, als im März 2016 der Stolperstein für Georg Pister von dem Initiator der Aktion Stolpersteine Gunter Demnig und dem Verein Ludwigshafen-setzt-Stolpersteine verlegt werden sollte, denn Straßenbauarbeiten am vorgesehenen Ort erlaubten eine echte Verlegung nicht.

Georg Pister, geb. 1887 in eine freireligiöse Familie, Rheinschiffer nach seiner Soldatenzeit im ersten Weltkrieg und ab 1931 in der KPD aktiv, nutzte seine Arbeit, um Schriften gegen Hitler nach Deutschland zu bringen,  für den kommunistischen Rheinschifferverband zu werben und vor den Aufmärschen der deutschen Armee an der französischen Grenze zu warnen. 1938 verhaftet wurde ihm der Prozess vor dem Volksgerichtshof in Berlin gemacht und er zu vier Jahren Zuchthaus und anschließender lebenslänglicher Zwangsarbeit im KZ verurteilt. Ab 1943 im KZ Mauthausen verlor die Familie 1944 den Kontakt und glaubte ihn tot. Doch er überlebte in der KZ-Außenstelle Ebensee bis zu deren Befreiung durch die US-Streitkräfte am 6. Mai 1945, starb aber wenige Wochen darauf am 27. Mai 1945 im Lazarett Alt-Aussee.

Nun wurde der Stein für ihn am Montag, 14. 11., um 17 Uhr an der vorgesehenen Stelle am Ludwigsplatz 6 verlegt, begleitet von Schülern des Heinrich-Böll-Gymnasiums.