Koffer gepackt und überlebt

23. Februar 2013, Ernst-Bloch-Zentrum Ludwigshafen: Von Ludwigshafen am Rhein nach Liverpool Street Station, London - Die Geschichte der Ursula Michel

Präsentation des Unterrichtsmaterials zur Geschichte der Kindertransporte nach England 1938/39.

Mehr als 80 Gäste waren zur Präsentation der Unterrichtsmappen gekommen, die Flucht und Überleben der Ludwigshafenerin Ursula Michel zum Thema haben, und zu deren Erstellung Ursula Michels Tochter Judith Rhodes mit einer großzügigen Spende und durch Fotos und Dokumente aus ihrem Besitz die Grundlage gelegt hatte. Nach der Begrüßung durch Dr. Frank Degler vom Ernst-Bloch-Zentrum sprach Dr. Stefan Mörz, Leiter des Stadtarchivs Ludwigshafen, über das Thema "Mitbürger wie jeder andere? Juden in Ludwigshafen".

Im Gespräch mit Christina Dieterle erklärte Monika Kleinschnitger, Autorin der Materialien, das Zustandekommen und das Konzept der druckfrischen Mappe. Judith Rhodes, die aus Leeds gekommen war, wurde von Dr. Mörz zu den Motiven ihres Engagements befragt. Mitgebracht hatte sie den kleinen Koffer, mit dem ihre Mutter Ursula Michel 1939 als Jugendliche in einem der letzten Kindertransporte nach England entkommen war, darin weitere Dokumente, die Ursula Michel bis zu ihrem Tod sorgfältig gehütet hatte und die nun der pädagogischen Arbeit zur Verfügung stehen.

Das von Marita Hoffmann gestaltete und im Llux-Verlag publizierte Lehrmaterial unter dem Titel „Koffer gepackt und überlebt - Von Ludwigshafen nach Liverpool Street Station“ zum Schicksal von Ursula Michel kann kostenfrei beim Verein "Ludwigshafen setzt Stolpersteine" angefordert werden.

Max Diamant – Überzeugung leben!

Der Arbeitskreis “Ludwigshafen setzt Stolpersteine” lud am 26. März 2013 zum Start einer kleinen dreiteiligen Reihe in Kooperation mit der Volkshochschule der Stadt Ludwigshafen ein zu der Veranstaltung

MAX DIAMANT – ÜBERZEUGUNG LEBEN!
Journalist, Fluchthelfer, Gewerkschafter – Stationen eines bewegten Lebens

Referentin war Doris Diamant-Siebert, die Tochter von Max Diamant, im Gespräch mit Hans-Uwe Daumann.

Max Diamant, geboren 1908 in Łódź und gestorben 1992 in Frankfurt, hat als überzeugter Sozialist, als Politiker, Journalist und Gewerkschafter gleich vor mehreren politischen Systemen und aus einigen Ländern fliehen müssen. Ludwigshafen war (neben Mannheim) eine Station seines bewegten Lebens; in Ludwigshafen ließ er sich mit der hier geborenen Anna Nord nach jüdischem Ritus trauen. Doris Diamant Siebert, Tochter von Max und Anni Diamant, beleuchtet aus ihrer Erinnerung und an Hand von Dokumenten das Leben und das Engagement ihres Vaters. Doris Diamant Siebert und Hans-Uwe Daumann sind aktive Mitglieder des Arbeitskreises “Ludwigshafen setzt Stolpersteine”.

Weitere Veranstaltungen:

  • URSULA MICHEL: ALS JUGENDLICHE IM KINDERTRANSPORT, Marita Hoffmann, Monika Kleinschnitger, Fr., 26. April 2013, 19.00 Uhr, VHS Ludwigshafen, Im Bürgerhof, Vortragssaal 2. OG
  • SONNTAGSPAZIERGANG –STOLPERSTEINE, Johannes Graßl, Gerhard Kaufmann, So., 26. Mai 2013, 11.00 Uhr, Treffpunkt Stadtmuseum Ludwigshafen

Jahresbilanz 2013

Der Arbeitskreis Ludwigshafen setzt Stolpersteine legt in einer Übersicht eine Jahresbilanz aller Veranstaltungen im Jahr 2013 vor. Die Verlegungen von Stolpersteinen bilden den Anlass, daraus sind allein in diesem Jahr 17 Veranstaltungen entstanden, die 1.000 Menschen in Ludwigshafen erreicht haben. Vielfältig, kreativ und aktiv.

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Gedenkplakette für Edith Leffmann

Am 13. Juni 2013 wurde eine Gedenktafel vor dem Anwesen in der Carl-Friedrich-Gauß-Straße 6 im Ludwigshafener Stadtteil Hemshof angebracht, in dem die Kinderärztin Dr. Edith Leffmann in den 1950er Jahren praktiziert hat. Das Vorhaben, das von vielen Menschen im Hemshof und in der Stadt getragen wurde, war 2012 Thema im Ortsbeirat auf Antrag der Grünen. Die CDU hatte daraufhin beantragt, dass das Stadtarchiv ein Gutachten über das Wirken Leffmanns erstellt. Darin wurde sowohl ihr humanitäres Wirken als auch ihre Mitgliedschaft in der KPD beleuchtet und eine Gedenktafel befürwortet.

Seit Jahren beschäftigen wir uns im Arbeitskreis "Ludwigshafen setzt Stolpersteine" mit den Leben von Edith Leffmann, dem "Engel vom Hemshof". Leffmann, Jüdin und Kommunistin, konnte aus Köln und Gurs vor den Nazis fliehen und kämpfte im Widerstand in Frankreich und Deutschland. Ihre Familie wurde von den Schergen des Dritten Reichs ermordet. Nach dem Krieg wirkte sie als Kinderärztin im Ludwigshafener Stadtteil Hemshof. Am 14. März 2012 wurden Stolpersteine für Edith Leffmann und ihre Familie in Köln - von wo sie deportiert wurden oder flohen - gesetzt. Dieses Vorhaben haben wir aktiv unterstützt. Da gemäß der Definition des Stolpersteine-Initiators Gunter Demnig ein Stolperstein für Edith Leffmann in Ludwigshafen nicht in Frage kam, haben wir eine andere Form der Würdigung ihrer Person gesucht und gefordert.

Lesung und Gespräch mit Anita Lasker-Wallfisch

Donnerstag, 26. September 2013
Ernst-Bloch-Zentrum Ludwigshafen

Anita Lasker-Wallfisch ist Cellistin und Überlebende des Mädchenorchesters von Auschwitz.
Die Zeitzeugin liest aus ihrem Buch „Ihr sollt die Wahrheit erben”. Im Anschluss Gespräche und Diskussionen.

Erinnerungen aufpolieren!

Seit 2007 sind mehr als 130 Stolpersteine auf den Ludwigshafener Bürgersteigen verlegt worden. Stolpersteine erinnern an die Opfer des nationalsozialistischen Regimes in Ludwigshafen. Mit der Zeit wird die Messingplatte mit der Inschrift durch Umwelteinflüsse und Verschmutzung dunkler. Die Stolpersteine haben Patina angesetzt und fügen sich inzwischen nahezu unauffällig in das Grau der Pflastersteine ein. Am Samstag, dem 26.10.2013 startete daher um 11 Uhr in der Bismarckstraße 42 die Aktion "Erinnerungen aufpolieren!"

28. Oktober 2013

Am 28. Oktober 2013 verlegten wir 21 Stolpersteine in Ludwigshafen.

Jaegerstraße 9, Carl-Bosch-Gymnasium
für zwei ehemalige Schüler: Mayer Nathan Händler und Nathan Schweid Nord

Berliner Straße 48 (früher Schillerstraße 52)
19 Stolpersteine werden für die Familien Elend, Linker und Hinberg verlegt:
Naftali Linker Elend, Miriam, Adolf Moses und Rebekka Elend, Aron Hinberg, Bertha, Naftali, Alexander und Abraham Hinberg, Laib Leo Linker, Faiga, Sara, Josef Alter und Issak Efraim Linker, Hermann Hersch Linker. Auguste, Paula, Nathan, Norbert und Samuel Linker.

In einer "Gedenkzeit" erinnerten wir an 166 "Oktoberdeportierte" des Jahres 1938 aus Ludwigshafen. Bilder von beiden Veranstaltungen sehen Sie hier.

Arno-Rheinfrank-Jugendpreis 28.10.2013

Montag, 28. Oktober 2013, 18.00 Uhr
Stadtbibliothek Ludwigshafen
Verleihung 4. Arno-Rheinfrank-Jugend-Preis
Ein Preis für junge Literaten, die sich mit dem Thema „Freiheit” beschäftigt haben.
Freireligiöse Landesgemeinde Pfalz.