Stolperstein-Verlegung 2010

Ludwigshafen setzt Stolpersteine - Verlegung Montag, den 3. Mai 2010
7 Stellen / 20 Steine


9.00 Uhr, Ludwigshafen Ruchheim: Fußgönheimer Straße 5 = 1 Stein

Hier wohnte Rosa Salmon, geb. Herz, JG. 1867, deportiert 22.10.1940, Gurs,
ermordet 4.12.1940

(anschließend) Fußgönheimer Straße 43 = 3 Steine

Hier wohnte Max Leva, geb. 1913, Flucht 1933, überlebt in USA
Hier wohnte Joseph Leva, Jg. 1863, Flucht 1938, überlebt in USA
Hier wohnte Flora Leva geb. Waldbott, Jg 1868, Flucht 1938, Überlebt in USA

10.00 Uhr, Ludwigshafen Hemshof: Goethestrasse 15 = 2 Steine

Hier wohnte Rosa Fürst geb. Mager, Jg. 1886, ausgewiesen 28.10.1938 nach Zbaszyn / Polen, tot
Hier wohnte Moses Fürst, jg. 1906, ausgewiesen 28.10.1938 nach Zbaszyn / Polen, tot

10.30 Uhr, Ludwigshafen Südliche Innenstadt: Mundenheimer Straße 245 = 4 Steine        

Hier wohnte Dora Nord geb. Händler, Jg. 1877, ausgewiesen 28.10.1938 nach Zbaszyn / Polen, nach Dukla, für tot erklärt 1945
Hier wohnte Moses Leib Händler, Jg. 1858, ausgewiesen 28.10.1938 nach Zbaszyn / Polen, nach Dukla, für tot erklärt 1945
Hier wohnte Rosl Kessler geb. Nord, Jg. 1914, ausgewiesen 28.10.1938 nach Zbaszyn / Polen, überlebt in Schweden
Hier wohnte Selma Händler, jg. 1907, ausgewiesen 28.10.1938 nach Zbaszyn / Polen, tot 1942, Marij, Usbekistan

Ca. 11.00 Uhr: Schützenstrasse 19 = 3 Steine

Hier wohnte Isidor Lefor, jg. 1881, deportiert 22.10.1940, Gurs, ermordet 2.8.1942 in  Auschwitz
Hier wohnte Margarete Lefor geb. Kahn, jg. 1893, deportiert 22.10.1940, Gurs, verhungert 8.2.1942
Hier wohnte Edith Lefor, jg. 1921, Flucht 1939, überlebt in England

Ca. 11.30 Uhr: Wittelsbachstrasse 67 = 3 Steine

Hier wohnte Hans Kahn, jg. 1926, deportiert 22.10.1940, Gurs, ermordet 16.9.1942, Auschwitz
Hier wohnte Frieda Kahn geb. Kahn, Jg. 1895, deportiert 22.10.1940, Gurs, ermordet 16.9.1942
Auschwitz
Hier wohnte Dr. Leopold Kahn, Jg. 1882, deportiert 22.10.1940, Gurs, ermordet 16.9.1942
Auschwitz

Ca. 12.00 Uhr: Pfalzgrafenstrasse 67 = 4 Steine

Hier wohnte Heinrich Michel, Jg. 1884, deportiert 1942, Izbica, ermordet
Hier wohnte Gertrud Michel geb. Grün, Jg. 1892, deportiert 1942, izbica, ermordet
Hier wohnte Ursula Michel, Jg. 1923, FLUCHT 1939, überlebt in England
Hier wohnte Lilli Michel, Jg. 1927, deportiert 1942, Izbica, ermordet

Fotos vom 03.05.2010

 

Vorstellung der Broschüre "Kleiner Sabbatweg" am 11.1.2010

Am Montag, dem 11. Januar 2010 haben der Arbeitskreis "Ludwigshafen setzt Stolpersteine" und der Llux-Verlag im Turm 33_Cafédrale in Ludwigshafen die Broschüre "Kleiner Sabbatweg - Jüdisches Leben in Ludwigshafen", basierend auf einem Konzept des Ehrenbürgers der Stadt Ludwigshafen, Dr. Friedhelm Borggrefe, vorgestellt.

Dr. Friedhelm Borggrefe, Ehrenbürger der Stadt Ludwigshafen, hat sich auf die Suche nach jüdischen Spuren in Ludwigshafen gemacht. Ihm verdanken wir die Grundlage für dieses Büchlein und den Titel "Sabbatweg" für diesen Rundgang durch die Ludwigshafener Innenstadt, denn er lässt sich in weniger als einer Stunde gehen, eine Distanz, die auch Juden am Sabbat erlaubt ist. Am 11. Januar 2010 stellten Monika Kleinschnitger vom AK Stolpersteine und Marita Hoffmann für den Verlag Llux in Anwesenheit von Dr. Borggrefe die frisch gedruckte Broschüre vor.

21. Januar 2010: Lesung mit Ursula Krechel, Autorin von "Shanghai fern von wo"

2008 veröffentlichte Ursula Krechel ihren Roman "Shanghai fern von wo". Für 18.000 Juden war die chinesische Metropole seit 1938 Fluchtort vor der Verfolgung durch die Nazis in Europa. Auch aus Ludwigshafen kamen Flüchtlinge nach Shanghai. Ursula Krechel schildert in ihrem Roman, wie europäische Akademiker, Wissenschaftler, aber auch Handwerker in China überlebten. Ursula Krechel, geboren 1947 in Trier, studierte Germanistik, Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte. Sie lebt als freie Autorin in Berlin. Der Arbeitskreis "Ludwigshafen setzt Stolpersteine" und das Ernst-Bloch-Zentrum luden Ursula Krechel am 21. Januar 2010 zu einer Lesung nach Ludwigshafen ein.

Mi., 27. Januar 2010: Ausstellungseröffnung "Leben im Exil"

Am Gedenktag der Auschwitzbefreiung veranstaltete der Arbeitskreis "Ludwigshafen setzt Stolpersteine" in und mit dem Stadtmuseum Ludwigshafen eine Ausstellungseröffnung: Auf den großformatigen Tafeln der Ausstellung "Leben im Exil" werden Lebensläufe und Familiengeschichten dargestellt, die "hinter" den in Ludwigshafen gesetzten Stolpersteinen stehen. Der Arbeitskreis dokumentierte damit 3 Jahre engagierte und erfolgreiche Arbeit für das Gedenken an die Ludwigshafener Opfer des Nationalsozialismus. Anschließend erzählte Thomas Hoffmeister-Höfener jüdische Geschichten, es spielte die Gruppe Trazz.

7. Februar 2010: Matinee "Exilgeschichten"

mit Doris Diamant-Siebert, Gerhard Kaufmann, Willi Kern, Monika Kleinschnitger
In der Matinée wurden "Stolpersteine zum Sprechen gebracht": Mitglieder des Arbeitskreises Stolpersteine berichteten von den Biografien verfolgter und ermordeter Ludwigshafener/innen.

Treffen der Stolperstein-Initiativen

Samstag, den 4. Dezember 2010 im Stadtmuseum Ludwigshafen

In Rheinland-Pfalz gibt es dank der Initiative von Gruppen, Schulen und Einzelnen zahlreiche Orte, in denen Stolpersteine zum Gedenken und Erinnern einladen. Die Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Rheinland-Pfalz (www.lagrlp.de) und der Arbeitskreis Ludwigshafen setzt Stolpersteine (www.ludwigshafen-setzt-stolpersteine.de) luden am 4.12.2010 zu einem Austausch über die Erfahrungen ein, die die Initiativen im Laufe ihrer Projekte vor Ort gemacht haben. Angesprochen wurden auch diejenigen, die an ihrem Ort eine Stolpersteinverlegung planten oder anregen wollten.